Industriekultur · Hayange
Fenschtal: der Tag, an dem das Feuer erlosch

Es gab eine Zeit, da wurde der Nachthimmel über dem Fenschtal nie wirklich schwarz. Die Roheisenabstiche tauchten ihn in glühendes Orange, die Schlote spuckten Tag und Nacht, und jeden Morgen fuhren Tausende Männer unter Tage, um Eisenerz abzubauen.
Diese Welt ist zum Stillstand gekommen. Verschwunden ist sie aber nicht: Man kann sie besichtigen. Rund um den Hochofen U4 erwartet Sie eines der eindrucksvollsten Erlebnisse, die der Osten Frankreichs zu bieten hat.
Der Hochofen U4: ein schlafender Riese
In Uckange, etwa zehn Minuten von Hayange entfernt, steht der letzte Überlebende. Der Hochofen U4 gehörte zu einem Werk, das 1890 von den Brüdern Stumm gegründet wurde, mit vier, später sechs Hochöfen. 1991 lief hier das letzte Roheisen.
Statt ihn abzureißen, stellte man ihn unter Schutz: 2001 wurde er als historisches Denkmal eingetragen, 2007 öffnete er für die Öffentlichkeit. Die Zahlen sind schwindelerregend:
- 82 Meter misst der Schornstein;
- 71 Meter hoch liegt die Plattform ganz oben;
- 12 Hektar umfasst das Gelände, zwischen Stahl, Beton und Gärten.
Das Gelände versteht sich als einer der wenigen erhaltenen Zeugen der Roheisenproduktion des 20. Jahrhunderts in Frankreich. Und es ist nicht nur schön anzusehen, es lebt: Konzerte, Aufführungen, die „Nuit du feu“ (Nacht des Feuers), eine Lichtinstallation des Künstlers Claude Lévêque … Im Sommer ist samstags bis Mitternacht geöffnet. Wenn der rostige Stahl bei Einbruch der Dunkelheit zu leuchten beginnt, ist das ein Moment, den man nicht vergisst.
Praktische Infos. Geöffnet vom 1. April bis 1. November, montags geschlossen. Freie Besichtigung 4 € (ermäßigt 3 €), Führung 6 €. Es gibt auch einen Jahrespass für 10 €.
Einfahrt in eine echte Eisenerzgrube
Das Eisen fiel nicht vom Himmel. Man musste es holen, manchmal 200 Meter unter der Erde. Zwei Standorte des Écomusée des mines de fer de Lorraine (Ecomuseum der lothringischen Eisenerzgruben) erzählen diese Geschichte.
Das Bergwerk Neufchef
Mit dem Helm auf dem Kopf geht es hinein in 800 Meter Stollen. Der Rundgang zeichnet nach, wie sich der Beruf des Bergmanns von den 1830er- bis in die 1980er-Jahre verändert hat: die Werkzeuge, die Maschinen, der Lärm, der Staub, den man förmlich spürt. Die Besichtigung dauert etwa anderthalb Stunden und ist barrierefrei.
Praktische Infos. Dienstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr (Ankunft vor 15 Uhr für die Besichtigung der Grube). Erwachsene 12 €, 6 bis 25 Jahre 6 €. Nehmen Sie einen Pullover mit: Unter Tage ist es kühl, selbst im August.
Das Grubengelände von Aumetz
Erste Einfahrt 1900, Schließung 1983, bis zu 800 Arbeiter. Hier erschließt sich das Bergwerk über Tage: das 35 Meter hohe Fördergerüst, als historisches Denkmal geschützt, die Schmiede, der Saal mit den Fördermaschinen, die Kompressoren. Laut Museum ist es das letzte Fördergerüst dieser Art im lothringischen Eisenerzrevier.
Hayange, die Stadt der Hüttenherren
Fast drei Jahrhunderte lang herrschte eine Familie über das Eisen des Tals: die de Wendel. Ihr Schloss in Hayange wurde ab 1704 von Jean-Martin Wendel neu errichtet. Der Hauptbau ist verschwunden, doch das Taubenhaus, das Ehrengitter und das Portal stehen unter Denkmalschutz, und heute beherbergt das Ensemble den Sitz des Gemeindeverbands Val de Fensch. Ein Halt von wenigen Minuten, um zu verstehen, woher der Reichtum einer ganzen Region stammt.
Das Tal hat sogar sein eigenes Lied: „Fensch Vallée“ von Bernard Lavilliers, aus dem Jahr 1976.
Der perfekte Tag im Fenschtal
- Am Vormittag: ein Bummel durch Hayange, vorbei am Schloss de Wendel, dann ein Kaffee in der Stadt.
- Um 14 Uhr: Einfahrt ins Bergwerk Neufchef (Ankunft vor 15 Uhr).
- Am späten Nachmittag: der Hochofen U4 in Uckange.
- An einem Sommersamstag: Bleiben Sie bis zur Dunkelheit am U4 und erleben Sie, wie er zu leuchten beginnt.
Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison: Prüfen Sie sie vor der Abfahrt auf den offiziellen Websites. Wenn Sie einen Tag mehr haben, ergänzen Sie das Grubengelände von Aumetz.
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Übernachten im Herzen des Tals
Unsere sieben Apartments in Hayange liegen mitten im Fenschtal: Der Hochofen U4 ist etwa zehn Minuten entfernt, das Bergwerk Neufchef sogar noch weniger. Ideal für Fans von Industriekultur, für Familien … und für Teams auf Dienstreise, die abends ein echtes Zuhause suchen.
Jedes Apartment hat seinen eigenen Charakter, getrennte Betten, eine voll ausgestattete Küche und WLAN. Wenn Sie direkt über unsere Website buchen, ist der Preis niedriger als auf den Buchungsplattformen.
Häufige Fragen
Kann man auf den Hochofen U4 hinaufsteigen?
Das Gelände bietet freie Besichtigungen und Führungen durch die Anlage an. Welche Bereiche zugänglich sind, kann je nach Saison variieren: Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch auf der offiziellen Website des U4.
Ist das Bergwerk Neufchef für Kinder geeignet?
Ja, die Besichtigung ist für alle Altersgruppen gedacht, und für 6- bis 25-Jährige gilt ein ermäßigter Preis. Denken Sie an warme Kleidung.
Wie viel Zeit braucht man für das Fenschtal?
Ein gut geplanter Tag reicht für das Bergwerk Neufchef und den Hochofen U4. Für Aumetz kommt ein halber Tag hinzu.
